Am 12. November 2025 hat sich in seiner zehnten Sitzung der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages in einem öffentlichen Fachgespräch mit dem Thema „Filmstandort Deutschland: Filmförderung, Kinoförderung, Filmerbe“ befasst. Die Sitzung fand im Berliner Paul-Löbe-Haus statt und wurde im Parlamentsfernsehen unter www.bundestag.de live übertragen. Dabei ging es um die Frage des gesetzlichen Investitionsverpflichtung.
Zu Gast waren u. a. Dr. Christian Bräuer (AG Kino ‒ Gilde deutscher Filmkunsttheater), Michelle Müntefering (Allianz Deutscher Produzentinnen und Produzenten ‒ Film, Fernsehen und Audiovisuelle Medien (Produktionsallianz)), Prof. Dr. Jens-Ole Schröder (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) und Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Dr. Wolf Osthaus (Bitkom ‒ Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien), Carolin Lindenmaier (HDF KINO ‒ Hauptverband Deutscher Filmtheater), Peter Schauerte (SPIO ‒ Spitzenorganisation der Filmwirtschaft), Daniela Beaujean (VAUNET ‒ Verband Privater Medien), Matthias von Fintel (ver.di ‒ Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft), Peter Dinges (Filmförderungsanstalt (FFA) und für die Bundesregierung Staatsminister Dr. Wolfram Weimer (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien).
Michelle Müntefering (Allianz Deutscher Produzentinnen und Produzenten ‒ Film, Fernsehen und Audiovisuelle Medien (Produktionsallianz): „Unsere Filmbranche ist von kleinen und mittelständischen und unabhängigen Unternehmen geprägt. Und diese Unternehmen sind Weltklasse. Sie haben Weltklasse-Potenzial. Aber die Rahmenbedingungen, die wir in Deutschland haben, die sind es eben nicht. Wir haben die Chance, dass die Produktionsunternehmen als Wachstumsbranche zu Global Playern werden. Und wir arbeiten übrigens mit Menschen und für Menschen. Also eine Investitionsverpflichtung mit Rechterückbehalt stärkt genau diese Struktur. Sie stärkt die Struktur der unabhängigen und mittelständischen Unternehmen. Freiwillige Absichtserklärungen befeuern eher den Trend zu einer Konzentration am Markt. Und dadurch drohen auch unsere deutschen Unternehmen zur verlängerten Werkbank von ausländischen Auftraggebern zu werden. Von einer gesetzlichen Verpflichtung profitieren übrigens auch alle Bundesländer. Wir wollen keinen Produktionshub, an dem deutsche Produktionsunternehmen als Werkbank fungieren, sondern wir wollen Filme aus München. Wir wollen großes Kino aus Babelsberg, Entertainment aus Köln, Animation aus Stuttgart, Doku von Ost bis West und dafür kann eben auch ein Gesetz den Rahmen schaffen.“
Die Sitzung ist online dauerhaft abrufbar unter: https://dbtg.tv/cvid/7643792 (Michelle Müntefering ab Min. 32:35)
Infos zum Ausschuss für Kultur und Medien und Materialien zur Sitzung: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw46-pa-kultur-medien-1117590
